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14.01.2008 22:18
Placebo
1994 trafen sich Brian Molko (amerikanisch/schottisch) und Stefan Olsdal (schwedisch) zufällig an der U-Bahn-Station South Kensington in London. Beide gingen in Luxemburg auf dieselbe Schule, hatten dort aber kaum Kontakt miteinander. Brian lädt Stefan schließlich zu einem Gig ein, den Brian mit seinem jetzigen Drummer bestritt, woraufhin Stefan sehr angetan von den Beiden war und auf Brians Anfrage in die Band einsteigt. Da es dementsprechend professioneller und ernster zuging, musste Steve aussteigen, weil er noch mit seiner zweiten Band Breed im Vertrag stand. Deswegen hatten sie sich einen Freund von Stefan ins Boot geholt, Robert Schultzenberg. Sie nennen sich anfangs Ashtray Heart nach einem Song der Band Captain Beefheart, ändern den Namen jedoch schnell in Placebo. Der Bandname (lat. „ich werde gefallen“) war dem Umstand zu verdanken, dass sich Mitte der 1990er Jahre mehrere Bands nach Drogen benannten. Um sich davon abzuheben und wegen des Klangbildes dieses Namens, wählten sie den Oberbegriff für lediglich psychisch wirkende Scheindrogen/-medikamente. Was auch noch für den Bandnamen sprach, war, dass sie einen Namen gesucht haben, den die Fans leicht auf Konzerten rufen können. Da ihnen Ashtray Heart zu lang erschien, nannten sie sich eben "Placebo". Im Januar 1995 hatten die drei ihren ersten offiziellen Auftritt unter dem Bandnamen "Placebo" im Rock Garden in London. Im Oktober selbigen Jahres kommt ein Plattenvertrag mit „Fierce Panda“ zustande, und der Titel „Bruise Pristine“ wird auf einer Split-EP 7" zusammen mit Titeln einer Band Namens "Soup" veröffentlicht. 1996 unterschreibt die Band einen Vertrag bei „Deceptive Records“ und bringt ihre erste Single „Come Home“ heraus. David Bowie wird auf die Band aufmerksam und ist so begeistert von ihren Demos, dass er sie noch vor Erscheinen ihres ersten Albums mit auf seine Tour einlädt. Erstes Album „Placebo“ – 1996Im Juli 1996 erscheint dann ihr Debütalbum „Placebo“. Das Album erhält in Großbritannien Gold. Die Single „Nancy Boy“ kommt auf Anhieb auf Platz vier der britischen Charts, da sich Placebo musikalisch in eine völlig andere Richtung bewegen, als die in England zu dieser Zeit dominierenden Bands. Im Juli 1997 zeigt sich die Kehrseite des Erfolges. Molko und Olsdal trennen sich von Schlagzeuger Robert Schultzberg wegen interner Schwierigkeiten und bitten Steve Hewitt, wieder in die Band einzusteigen. Da es um seine eigene Band Breed nicht gut bestellt ist, nimmt er das Angebot an. Ab diesem Zeitpunkt arbeiten die drei unaufhaltsam an Demos und Songmaterial und treten als Support für U2 auf deren Tour auf. Unter anderem entsteht eine Coverversion von T. Rex' Hit „20th Century Boy“ für den Soundtrack des Glam-Rock-Hommage Films „Velvet Goldmine“. Todd Haynes, der Regisseur des Films, bezieht das Trio mit in die Filmaufnahmen ein und gibt ihnen eine Nebenrolle, sie spielen eine Band. Zweites Album „Without You I'm Nothing“ – 1998Das im Oktober 1998 veröffentlichte Album „Without You I'm Nothing“ unterscheidet sich stilistisch stark von ihrem rockig-punkigen Erstlingswerk und wird von düster-melancholischen Balladen beherrscht. Als erste professionell produzierte Scheibe der Band wird die ausgekoppelte Single „Every You Every Me“ zu ihrem bekanntesten und erfolgreichsten Lied in Deutschland. Der Titel liegt auch auf dem Soundtrack zum Film „Eiskalte Engel“. Durch den Vorspann des Films (in dem das Lied stark verändert und verkürzt gespielt wird) erschließt sich für die Band mit einem Schlag ein größerer Hörerkreis, auch außerhalb Englands. Drittes Album „Black Market Music“ – 2000Placebo sind bis zum Herbst 1999 durchgehend auf Tour und nehmen im März 2000 lediglich eine Pause von fünf Monaten, um Stücke für ihr drittes Album „Black Market Music“ zu erarbeiten und aufzunehmen. Die Platte erscheint im Oktober 2000 und wird wiederum von melancholischen Stücken dominiert. Sie ist jedoch etwas rockiger als ihr Vorgänger. Auf dem Titel „Spite & Malice“ steuert Justin Warfield, damals noch MC bei One Inch Punch, heute Frontmann der Band She Wants Revenge, Sprechgesangspassagen und politische Statements bei. Viertes Album „Sleeping With Ghosts“ – 2003Das am 1. April 2003 veröffentlichte Album „Sleeping With Ghosts“ wird durch Jim Abiss (Bjork, U.N.K.L.E, Paul Oakenfold, Arctic Monkeys) produziert und klingt elektronischer, behält aber die künstlerische Linie der Vorgängeralben konsequent bei, die von den besonderen Gitarren-Tunings und der fragil-dekadenten Stimme von Brian Molko lebt. Obwohl Placebo in einem Atemzug mit Oasis und Blur genannt werden, wehrt sich die Band vehement dagegen, als Britpop-Gruppe bezeichnet zu werden. Mit Berechtigung, da durch die Stilwechsel der Band eine gewisse Schwierigkeit besteht, Placebo einer bestimmten Musikrichtung zuzuordnen – sie liegen wohl irgendwo zwischen reinem Rock, Punk, Indie-Rock und elektronischem Rock. Das Album wird in 2 Versionen aufgelegt und so erscheint eine Special Edition mit einer Bonus-CD aller Cover-Versionen der Band bis zu diesem Zeitpunkt. Enthalten sind vornehmlich Stücke der 1980er Jahre, die die Band seit Bestehen begleiten und sporadisch bei Liveauftritten gespielt wurden. So unter anderem die Titel: The Smiths „Bigmouth Strikes Again“, Robert Palmer's „Johnny And Mary“, T. Rex's „20th Century Boy“, Alex Chilton's „Holocaust“ und Depeche Mode's „I Feel You“. Zu den neueren Covern gehören Titel wie Boney M's „Daddy Cool“, Sinead O'Connor's „Jackie“, Serge Gainsbourg's „The Ballad Of Melody Nelson“. Hervorzuheben sind dabei die besonders erfolgreichen Coverversionen von The Pixies – „Where Is My Mind?“ und Kate Bush's „Running Up That Hill“, welche beide in das Tourprogramm zum Album aufgenommen wurden. Singles-Compilation „Once More With Feeling – The Singles 1996–2004“ – 2004Im Jahr 2004 veröffentlichten Placebo ihre erste Singles-Compilation „Once More With Feeling – The Singles 1996–2004“. Sie erschien sowohl auf CD als auch auf DVD. Auf der DVD sind zusätzlich alle Videos der Band (außer „Come Home“) enthalten sowie zwei neue Tracks: Twenty Years und I Do. Twenty Years erscheint zugleich auch als Single. 2005 kann als eher ruhigeres Jahr in der Bandgeschichte angesehen werden, denn die Band absolvierte nur wenige ausgewählte Liveauftritte und arbeitete in Südfrankreich an neuen Songs. Am 2. Juli 2005 traten Placebo im Zuge der weltweiten Live8-Konzerte in Paris auf, wo sie aber lediglich zwei Songs (Bitter End und Twenty Years) zum Besten gaben. Das letzte Konzert im Jahr 2005 fand am 5. November 2005 statt und war ein Heimspiel in der ausverkauften Londoner Wembley Arena. Die Band verabschiedete sich für den Rest des Jahres und zog sich in den anschließenden drei Monaten in die Rak Studios zurück, um gemeinsam mit dem französischen Produzenten Dimitri Tikovoi (Peter Kingsbery, Trash Palace, Goldfrapp) an den Aufnahmen für das fünfte Studioalbum „Meds“ zu arbeiten. Fünftes Album „Meds“ – 2006Die erste Single „Because I Want You“ erschien am 6. März 2006 in England. Weltweit erschien, ebenfalls am 6. März 2006, die Single „Song To Say Goodbye“. Das dazugehörige fünfte Album „Meds“ wurde am 10. März 2006 in Deutschland veröffentlicht. Stilistisch geht „Meds“ wieder stark in Richtung des ersten Albums; Band und Fans bezeichnen es als „Back To The Roots“. Man distanzierte sich wieder von elektronischen Einflüssen und stützte sich vermehrt auf die Instrumente Gitarre, Bass, Schlagzeug und Piano – was laut Aussagen der Band nicht nur für die Single, sondern für das gesamte Album gilt. Auch arbeiteten Placebo wieder mit Gastmusikern zusammen, so wird der Opener des Albums „Meds“ mit Alison Mosshart alias VV von "The Kills" aufgenommen. Ein weiterer Titel, „Broken Promise“, zusammen mit dem R.E.M.-Sänger Michael Stipe. Nachdem Tour-Keyboarder Xavier Roide die Band im Jahr 2005 auf eigenen Wunsch verlassen hat, um sich einer Theaterausbildung zu widmen, begann die längere Suche nach einem entsprechenden Ersatzmann für Liveauftritte. Schließlich wurde der Multiinstrumentalist Alex Lee der britischen Band Suede engagiert. Placebo begannen ihre Welt-Tournee, die sie für voraussichtlich eineinhalb Jahre um den Globus führen wird, am 19. Februar 2006 in Bangkok, Thailand. Am 26. Mai 2006 erschien die zweite Single des aktuellen Albums, „Infra-Red“. Am 9. Oktober 2006 erschien ihre dritte Single „Meds“ aus dem gleichnamigen Album. Mitte Mai 2007 bestätigten Placebo ihre Teilnahme am „Projekt Revolution“, einer Konzerttournee die seit 2001 jährlich durch Linkin Park und das Plattenlabel Machine Shop Recordings zum Zweck der Verbindung von Rockmusik und Hip-Hop organisiert wird. Am 1. Oktober 2007 wurde auf der offiziellen Internetseite der Band bekanntgegeben, dass Steve Hewitt, der seit dem 1998 erschienenen Album "Without You I'm Nothing" Schlagzeuger war, die Band wegen persönlicher und musikalischer Differenzen verlassen hat.
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